Strompreisentwicklung gestern, heute und in Zukunft

Von der Liberalisierung des Strommarktes im Jahre 1998 versprachen sich viele Verbraucher einen nachhaltigen Wettbewerb am Strommarkt und, dass die Preise für Strom dadurch langfristig stabil gehalten würden, wenn nicht sogar sinken. Dieser Effekt trat für kurze Zeit ein und der lang anhaltende Anstieg in der Strompreisentwicklung konnte gestoppt werden. Die Anbieter hatten Sorge, dass zu viele Verbraucher zu den Mitbewerbern abwandern könnten und diese schossen wie Pilze aus dem Boden und lockten mit günstigen Konditionen.

Dieser positive Wettbewerbseffekt wurde schnell aufgezehrt, denn verschiedene Stromanbieter fusionierten, sodass der Verbraucher heutzutage im Wesentlichen zwischen vier, den Markt dominierenden Anbietern, die Auswahl hat. Die Konsequenz ist, dass nach dem kurzzeitigen Preisverfall, die Preise von Jahr zu Jahr steigen. Kostete beispielsweise eine Kilowattstunde im Jahre 2000 im Durchschnitt noch 14 Cent, so mussten die Verbraucher im Jahre 2011 schon 24 Cent dafür bezahlen und in dicht besiedelten Regionen verdoppelte sich sogar der Preis.

Welche Faktoren beeinflussen die Strompreisentwicklung?

Die Strompreisentwicklung wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. So stellen Erzeugungs- und Vertriebskosten den höchsten Kostenfaktor dar, gefolgt von Netzkosten sowie Strom- und Mehrwertsteuer. Auch die Umlagen, die den Energieerzeugern aus dem sogenannten Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz und dem Gesetz über erneuerbare Energien auferlegt wurden, schlagen auf den Preis durch. Daneben schlägt die Verbesserung der Infrastruktur sowohl mit Materialkosten als auch mit Konzessionsabgaben an die Gemeinden zu Buche und somit bleibt festzustellen, dass zu viele an der Stromversorgung verdienen wollen, als das die Strompreise sinken.

Viele Gegner des Ökostroms weisen darauf hin, dass die steigende Strompreisentwicklung auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz zurückzuführen sei, nach dem erneuerbare Energien aus Wind, Sonne oder Biomasse in beachtlichem Maße gefördert werden. Jedoch anzunehmen, dass dieses Gesetz der alleinige Auslöser für erhöhte Strompreise ist, ist falsch, denn auch die Strategie der Betreiber beim Stromeinkauf entscheidet über den Preis. Daneben sorgt der Ausstieg aus dem Atomstrom dafür, dass die Strompreisentwicklung auch in Zukunft steil nach oben zeigt. Es wird angenommen, dass die Umstellung den Strompreis allein bis zum Jahr 2015 um 1,6 Cent pro Kilowattstunde steigen lässt.